Job Buddy: Berufseinstieg begleiten
Was hat dich persönlich motiviert, dich beim Projekt Job Buddy zu engagieren?
Aylin: Mein eigener Weg führte mich von der Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten bis zum Jurastudium. Dabei habe ich gelernt, dass berufliche Wege nicht immer geradlinig verlaufen müssen, sich Chancen oft erst unterwegs ergeben und sich berufliche Interessen im Laufe der Zeit weiterentwickeln können. Diese Erfahrung hat mich motiviert, junge Menschen bei ihrer beruflichen Orientierung zu unterstützen und ihnen Mut zu machen, ihren eigenen Weg zu gehen.
Victoria: Mich hat motiviert, einen jungen Menschen in einer wichtigen Lebensphase begleiten und dabei Orientierung geben zu dürfen. Das Ende der Schulzeit ist mit vielen Unsicherheiten und Entscheidungen verbunden. Mir ist durch Job Buddy noch bewusster geworden, wie unterschiedlich die Voraussetzungen sind, mit denen junge Menschen in diesen herausfordernden Lebensabschnitt starten. Nicht jede:r erfährt in der Schule oder dem persönlichen Umfeld die erforderliche Unterstützung. Wenn Mentoring gut funktioniert, können beide Seiten von dieser Erfahrung profitieren und die Mentees erleben, dass ihre Fähigkeiten und Wünsche ernst genommen werden.
Johannes: Ich bin mir bewusst, dass ich von den Chancen, die mir in Deutschland offenstanden, stark profitiert habe. Gleichzeitig sehe ich, dass gute Bildungs- und Berufsperspektiven nicht für alle jungen Menschen selbstverständlich sind. Job Buddy gibt mir die Möglichkeit, etwas zurückzugeben und einen Jugendlichen ganz konkret auf seinem Weg in die Ausbildung zu unterstützen. Genau dieser direkte und praktische Beitrag hat mich zur Teilnahme motiviert.
Job Buddy gibt mir die Möglichkeit, etwas zurückzugeben und einen Jugendlichen ganz konkret auf seinem Weg in die Ausbildung zu unterstützen.
Rechtsanwalt
Wie hast du die erste Begegnung mit den Schülerinnen und Schülern erlebt und wie hat sich die Mentoring-Beziehung seitdem entwickelt?
Johannes: Die erste Begegnung war von gegenseitiger Neugier geprägt. Schnell wurde deutlich, dass Vertrauen die wichtigste Grundlage für ein erfolgreiches Mentoring ist. Durch regelmäßige Gespräche hat sich eine offene und ehrliche Beziehung entwickelt, in der auch Unsicherheiten und Fragen angesprochen werden können. Dadurch ist es möglich geworden, gemeinsam konkrete Perspektiven für die berufliche Zukunft zu erarbeiten.
Aylin: Die erste Begegnung habe ich sehr positiv in Erinnerung. Die Schülerinnen und Schüler wirkten offen, neugierig und interessiert. Besonders mein Mentee hat mich beeindruckt: Sie war von Anfang an aufgeschlossen, engagiert und hatte bereits eine bemerkenswert klare Vorstellung davon, was sie für ihre Zukunft erreichen möchte. Daraus hat sich schnell ein vertrauensvoller Austausch entwickelt, der sich im Laufe der Zeit zu einer offenen und konstruktiven Mentoring-Beziehung weiterentwickelt hat.
Victoria: Mir war im Austausch mit meiner Mentee wichtig, von Anfang an zu vermitteln, dass sie bei mir nichts beweisen muss. Mit jedem Treffen wird unsere Zusammenarbeit vertrauensvoller. Es ist schön zu erleben, wie sie sich selbst immer mehr zutraut und ihre eigenen Stärken erkennt. Ich habe bei ihren Prüfungen mitgefiebert und mich besonders gefreut, als sie ein Bewerbungsgespräch für einen Praktikumsplatz erfolgreich gemeistert hat. Es ist toll zu beobachten, wie viel Potenzial in jungen Menschen steckt, wenn sie Ermutigung und Unterstützung erfahren.
Es hat sich schnell ein vertrauensvoller Austausch entwickelt, der sich im Laufe der Zeit zu einer offenen und konstruktiven Mentoring-Beziehung weiterentwickelt hat.
Rechtsanwältin
Welchen Tipp möchtest du gerne Schülerinnen und Schülern für ihren Weg ins Berufsleben mitgeben?
Victoria: Vertraut auf eure eigenen Stärken und verfolgt eure Interessen. Niemand muss in der neunten Klasse genau wissen, wo der eigene Weg hinführt oder den perfekten Karriereplan haben. Persönlichkeitsentwicklung und Berufsorientierung bedeuten auch, Dinge auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Selbstvertrauen entsteht nicht, weil man nie an sich zweifelt, sondern weil man trotz Zweifeln und gelegentlichen Rückschlägen mutig genug ist, weiterzumachen. Euer Weg ist, was ihr aus den Chancen macht, die sich euch bieten.
Johannes: Aus meiner Tätigkeit als Berater kenne ich die Bedeutung des Perspektivwechsels: Versucht, die Perspektive eines Arbeitgebers einzunehmen und zu verstehen, welche Erwartungen in einem Unternehmen bestehen. Die Arbeitswelt ist nicht die Fortsetzung der Schulzeit, sondern bringt andere Anforderungen an Eigenverantwortung, Zuverlässigkeit und Zusammenarbeit mit sich. Gleichzeitig sollte die Ausbildung als Lernphase verstanden werden: Niemand erwartet Perfektion, aber die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln und Neues zu lernen.
Aylin: Lasst euch nicht unter Druck setzen, wenn ihr euren beruflichen Weg noch nicht genau kennt oder sich eure Pläne ändern. Bleibt offen für neue Erfahrungen, traut euch, Fragen zu stellen, und nutzt Praktika, Gespräche und andere Möglichkeiten, um verschiedene Berufsfelder kennenzulernen. Oft entdeckt man erst durch neue Erfahrungen bisher unentdeckte Stärken und Interessen. Habt Vertrauen in eure Fähigkeiten und seht Herausforderungen als Chance, dazuzulernen und euch weiterzuentwickeln. Wichtig ist, neugierig zu bleiben und die Gelegenheiten zu nutzen, die sich euch bieten.
Liebe Aylin, lieber Johannes, liebe Victoria, danke für das Interview und euer Engagement beim Mentoringprogramm Job Buddy.
Vertraut auf eure eigenen Stärken und verfolgt eure Interessen. [...] Euer Weg ist, was ihr aus den Chancen macht, die sich euch bieten.
Rechtsanwältin