Ich bemühe mich, mir Zeit für jede einzelne Person in meinem Team zu nehmen, alle kennenzulernen und zu coachen, um ihre individuellen Stärken bestmöglich zu fördern. Ich habe ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte, helfe, Dinge zu lösen, und versuche, alle in die richtige Richtung zu lenken.
Steuerberaterin
Welche Programme/Möglichkeiten hast du in deiner Karriere bei Rödl schätzen gelernt, um dich in der Steuerberatung weiterzuentwickeln?
Sehr viele – für mich bietet Rödl alle Möglichkeiten, man muss sie nur nutzen! Ich war schon immer sehr neugierig und bin meinem Instinkt gefolgt, Neues auszuprobieren. Das sieht man auch an meiner Teamentwicklung. In den ersten drei Jahren, also bis zur Steuerberaterprüfung, war ich im Winter jeweils etwa zwei Monate in der Wirtschaftsprüfung als Prüfungsassistentin tätig. Ich hatte früh gemerkt, dass es in der Steuerberatung unheimlich hilfreich ist, Jahresabschlüsse lesen zu können, zu verstehen, wie diese zustande kommen, und natürlich ein Verständnis für die Tätigkeit unseres Geschäftsfelds Audit & Assurance zu bekommen. Bei Rödl war es ein Leichtes, diesem Wunsch nachzukommen. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir Sachverhalte, die wir nicht buchen können, auch nicht verstanden haben. Von dem Wissen, das ich dort erworben habe, profitiere ich noch heute.
Da ich in dieser Zeit auch schon sehr international gearbeitet habe, wollte ich nach der Steuerberaterprüfung bei Rödl wirklich einmal internationale Luft schnuppern. Eines meiner größten Mandate hatte einen sehr starken Bezug zu unserer Niederlassung in Atlanta, und so wurde mir im Jahr nach der Steuerberaterprüfung ermöglicht, zwei Monate in das dortige Team zu wechseln und sozusagen „auf der anderen Seite“ des Mandats mitzuarbeiten. Anscheinend hatte ich mich nicht ganz dumm angestellt, denn zwei Jahre später bin ich als Elternzeitvertretung einer Kollegin wieder für drei Monate nach Atlanta gewechselt und war ab dann fester Bestandteil des Teams. So war ich jedes Jahr für die heiße Phase für zwei bis drei Monate dort. Erst als ich selbst Kinder bekommen habe und wir technisch auch remote über den großen Teich zusammenarbeiten konnten, bin ich in Nürnberg geblieben.
Das waren jeweils tolle und lehrreiche Erfahrungen, die ich nicht missen möchte. Auch das Netzwerk an Kolleginnen, Kollegen und Freunden, das in dieser Zeit entstanden ist, hilft mir noch heute in vielen Bereichen weiter. Das macht Rödl aus!
Rödl bietet alle Möglichkeiten, sich auszuprobieren – natürlich zielgerichtet und zum Wohle des Unternehmens. Ich habe immer gute Erfahrungen gemacht, Ideen auszusprechen und aktiv anzugehen.
Steuerberaterin
Du bist inzwischen Partnerin, was oder vielleicht auch wer war für deinen Werdegang essentiell?
Da fallen mir spontan zwei Aspekte ein.
Der erste ist mein Mindset. Ich hatte oben ja schon erwähnt, dass ich neugierig auf Neues bin. Und ich bin auch der Meinung, dass man „einfach mal machen muss“. Ich habe an meinem Schreibtisch einen Spruch kleben, der trifft es ganz gut: „Machen ist wie Wollen, nur besser“. Rödl bietet alle Möglichkeiten, sich auszuprobieren – natürlich zielgerichtet und zum Wohle des Unternehmens. Ich habe immer gute Erfahrungen gemacht, Ideen auszusprechen und aktiv anzugehen. Wir dürfen nicht darauf warten, dass jemand unsere Gedanken liest und für uns Dinge in Bewegung setzt. Das erfordert natürlich oftmals etwas mehr Engagement und die Bereitschaft, die eigene Komfortzone zu verlassen. Für mich hat es sich aber jedes Mal gelohnt.
Ich kann allen jungen Kolleginnen und Kollegen nur raten, mutig zu sein, zu investieren und Ideen umzusetzen.
Der zweite Aspekt ist eine ganz konkrete Person: Isabel Bauernschmitt. Sie ist meine Führungskraft seit Tag 1 bei Rödl, und wir haben gemeinsam schon viele Höhen und Tiefen gemeistert. Sie hat mich auf meinem gesamten Weg nicht nur begleitet, sondern in jeglicher Hinsicht unterstützt. So hat sie mich in meinen Ideen bestärkt und mir geholfen, sie umzusetzen, wenn ich vielleicht nicht mehr weitergekommen bin. Sie ist für mich Sparringspartnerin, Coach und jemand zum Ausweinen, wenn es mal nötig ist. Sie ergänzt mich – bremst, wenn notwendig, und pusht, wo nötig. Ein mir sehr präsentes Beispiel ist, als ich das zweite Mal aus der Elternzeit zurückkam: Es bestand die Möglichkeit, direkt in den Partnerernennungsprozess zu gehen. Ich war sehr zögerlich, da das vor mir noch keiner gewagt hatte – in Teilzeit und nach sieben Monaten Elternzeit. Für mich unvorstellbar. In diesem Moment hat sie mich an die Hand genommen und überzeugt, den Schritt jetzt zu gehen – und es hat geklappt! Dafür bin ich ihr noch heute dankbar.
Eine gute Führungskraft steht vor, neben oder hinter einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter – dort, wo es gerade nötig ist. Wichtig ist mir dabei, dass wir keine Gruppe von Einzelkämpfern sind, sondern uns als Team verstehen.
Steuerberaterin
Hast du jemals vor der Entscheidung Familie oder Karriere gestanden?
Nein, dieser Gedanke kam mir nie – warum denn „oder“? Es war für mich immer klar, dass ich beides möchte und dass beides geht. Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, dass es nicht gehen könnte. Auch hier habe ich nicht lange darüber nachgedacht, sondern einfach „gemacht“. Natürlich sind Familie und Karriere anstrengend, aber das war mir von vornherein klar. Karriere machen ist anstrengend – Kinder großziehen auch. Dann ist es doch logisch, dass beides zusammen die Situation nicht einfacher macht. Aber es lohnt sich, und zwar beides.
Geholfen haben mir hier, und zwar bis heute, zwei Dinge: Zum einen haben mein Mann und ich das gleiche Verständnis von Vereinbarkeit von Familie und Karriere. Teilzeit war für meine Tätigkeit besser vereinbar als bei meinem Mann, daher habe ich reduziert. Aber ansonsten teilen wir uns den Alltag. Von Beginn an waren wir beide ersetzbar. Bin ich unterwegs, übernimmt mein Mann, und andersherum. Und so ist es noch heute. Die Terminkalender zusammenzubekommen ist dabei noch die größte Challenge; auch hier ist Kommunikation das A und O.
Karriere & Familie
Wir setzen auf Vereinbarkeit. Ziel ist es, Voraussetzungen für eine optimale Verbindung von beruflichem und familiärem Engagement zu schaffen.
Zum anderen hat es Rödl für mich auch leicht gemacht. Ich konnte jederzeit sagen, was ich brauche, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen – und es wurde möglich gemacht. Das fing an mit einer Kinderkrippe im Haus mit super Öffnungszeiten, bei der ich ganz selbstverständlich einen Platz bekam. Es ging weiter über die freie Zeiteinteilung und die Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten, lange bevor Homeoffice gang und gäbe war. Ich konnte über die Jahre auch immer wieder meine Arbeitszeiten und -tage an die Bedürfnisse meiner Kinder anpassen; auch das war ganz selbstverständlich möglich.
Von daher kann ich jetzt nach zwölf Jahren sagen: Familie und Karriere sind möglich – man muss auch hier nur klar aussprechen, was man benötigt!
Liebe Anna, vielen Dank für das bereichernde Interview.